Die Neumen geben nur an, ob ein Ton höher oder tiefer als der vorherige liegt — über die genaue Tonhöhe, Tempo oder Rhythmus wird kein Wort verloren. Da diese Notation fast ausschließlich in Klöstern verwendet wurde, reichte das aus: Die Melodie wurde unter den Brüdern und Schwestern beim täglichen Gottesdienst mündlich weitergegeben, die Neumen halfen lediglich, sich nicht im Kontur zu verirren.
Schriftausstellung
Neumen
Neumen sind eine frühe Form, Melodien aufzuschreiben — geboren im klösterlichen Gottesdienst des frühen Mittelalters und gedacht als bloße Gedächtnisstütze für das, was die Brüder ohnehin im Ohr trugen.
9.–13. Jahrhundert
Die Anfänge der Notenschrift

Klösterliches Gedächtnis
Bögen, Punkte und Striche
Über dem lateinischen Text schwingen kleine Zeichen — Punkte, Häkchen, Bögen. Sie zeigen dem Sänger, wohin die Stimme wandert, nicht aber, wie weit. Das Gedächtnis trug die Tonhöhe, die Neumen halfen, sich nicht zu verirren.