Der Amerika-Raum der Ausstellung versammelt Exponate und Reproduktionen aus den drei großen präkolumbischen Hochkulturen sowie aus der indigenen Schriftgeschichte Nordamerikas.
Maya
Die Maya entwickelten eine komplexe Schrift aus mehreren hundert Logogrammen und Silbenzeichen, die erst im 20. Jahrhundert weitgehend entziffert wurde. Ihre Codices und Stelen erzählen von Königen, Schlachten und Himmelsbeobachtungen. In der Vitrine ist eine Reproduktion einer Seite des Dresdner Codex zu sehen.
Azteken
Die Azteken (Mexica) verwendeten eine Bilderschrift mit Logogrammen und phonetischen Zeichen. Reproduktionen aus dem Codex Mendoza und dem Codex Borbonicus zeigen Tribute, Kalenderzyklen und Götterbilder.
Inka
Die Inka kannten zwar keine Schrift im klassischen Sinne, dokumentierten Verwaltung und Geschichte aber in den Quipus – knotengebundenen Schnüren, die Zahlen, Mengen und vermutlich auch Worte kodierten. Im Raum ist ein nachgebauter Quipu ausgestellt.
Cherokee & Cree
Im 19. Jahrhundert entwarf der Cherokee-Indianer Sequoyah ein vollständiges Silbenalphabet für seine Sprache – ein außergewöhnliches Beispiel für eine im historisch belegbaren Zeitraum erfundene Schrift. Daneben werden Beispiele der Cree- und Inuit-Silbenschrift gezeigt, die bis heute in Kanada offiziell verwendet werden.