Schriftausstellung

Lateinamerika

Zwischen dem Hochland der Anden, dem Yucatán-Dschungel und den Pampas Argentiniens entstanden über Jahrtausende ganz unterschiedliche Wege, Sprache sichtbar zu machen — von den Glyphen der Maya bis zum lateinischen Alphabet der Kolonialzeit.

Die Maya-Schrift ist die am besten erforschte indigene Schrift Amerikas — eine komplexe Verbindung aus Logogrammen und Silbenzeichen, gemeißelt in Stein und gemalt in Codices. Die aztekischen Bildhandschriften erzählten Geschichte, Tribut und Rituale in farbigen Szenen mit Lautandeutungen. Die Inka wählten einen anderen Weg: Ihre Quipus verwendeten Knoten an Schnüren als Aufzeichnungssystem für Zahlen und Erzählungen.

Mit den Konquistadoren kam das lateinische Alphabet — und mit ihm wurden viele indigene Sprachen erstmals nach europäischem Muster verschriftlicht. Heute leben beide Erbschaften nebeneinander.

Anden, Maya, Pampas

Schriftspuren in Süd- und Mittelamerika

Karte Südamerikas mit Schriftregionen

Karte

Vom Rio Grande bis Feuerland

Die Karte legt die Schriftlandschaft Süd- und Mittelamerikas frei: Maya- und Aztekenreich im Norden, Inka-Reich entlang der Anden, dazu zahllose kleinere Schriftgemeinschaften — und überall die nachträglichen Spuren der iberischen Kolonialzeit.