Schriftausstellung

Nordamerika

Über Tausende Jahre erzählten die indigenen Völker Nordamerikas mit Pictogrammen auf Fels, Birkenrinde und Tipis. Mit der europäischen Einwanderung kamen lateinisches Alphabet, Druckpressen — und später eigenständige Erfindungen wie Sequoyahs Cherokee-Silbenschrift.

Die Cherokee-Schrift wurde um 1820 von Sequoyah entwickelt — eine eigens entworfene Silbenschrift mit 85 Zeichen, die binnen weniger Jahre eine ganze Sprache lese- und schreibfähig machte. Auch die Inuit erhielten im 19. Jahrhundert eine eigene Schrift: die Canadian Aboriginal Syllabics, ursprünglich von Missionaren für die Cree und Inuktitut entworfen und heute offizielle Schrift in Nunavut.

Daneben prägte das lateinische Alphabet — getragen von englischen, französischen und spanischen Siedlern — die moderne Schriftlandschaft Nordamerikas, vom kolonialen Pamphlet bis zur Tageszeitung des 21. Jahrhunderts.