Schriftausstellung

Indische Schriften

Auf dem indischen Subkontinent leben Dutzende eng verwandter Schriften nebeneinander — alle gehen letztlich auf die Brahmi-Schrift des 3. Jahrhunderts v. Chr. zurück. Jede Region hat ihre eigene Hand, und doch erkennt man die Familie.

Die indischen Schriften sind sogenannte Abugidas: jedes Zeichen steht grundsätzlich für eine Silbe aus Konsonant und einem inhärenten Vokal. Andere Vokale werden durch kleine Zusatzzeichen oberhalb, unterhalb oder seitlich des Buchstabens markiert — eine elegante, kompakte Lösung.

Aus der gemeinsamen Brahmi-Wurzel entwickelten sich Devanagari für Sanskrit und Hindi, Bengalisch, Gujarati, Tamil, Telugu, Kannada und viele weitere Schriften. Sie alle wirken auf den ersten Blick verschieden — und folgen doch demselben Bauplan.

Eine Familie von Schriften

Von Brahmi zu Devanagari

Indische Schriftzeichen im Vergleich

Schrifttafel

Verwandte Hände, eigener Klang

Schon ein kurzer Blick zeigt, wie eng die indischen Schriften zusammengehören: dieselben Grundzüge, dieselbe Logik der Silbenzeichen — und doch eigene Rundungen, Bögen und Köpfe. Aus dieser Familie speist sich der größte Schriftraum Südasiens.