Schriftausstellung

Frühneuhochdeutsch 1350–1800

Zwischen Pest und Aufklärung lernt das Deutsche, ein Volk zu erreichen. Kanzleien, Buchdruck und Luthers Bibelübersetzung formen aus den Dialekten allmählich eine überregionale Schriftsprache.

Mit der Erfindung des Buchdrucks um 1450 vervielfacht sich Schrift — und mit ihr die Reichweite einer Sprache, die noch im Werden ist. Luthers Bibelübersetzung von 1522 wird zum Maßstab für eine ostmitteldeutsche Form, die nach und nach Kanzleien und Druckereien des ganzen Sprachraums prägt.

Über die Jahrhunderte ordnen sich Wortschatz, Grammatik und Rechtschreibung. Aus regionaler Vielfalt wächst eine Schriftsprache, die in Bibeln, Flugblättern und Lehrbüchern für alle nachlesbar wird.

Um 1350–1800

Vom Kanzleiblatt zur Drucksprache

Schriftbild der Zeit

Eine Sprache im Wandel

Eng gesetzte Zeilen, dunkle Frakturbuchstaben, lange Zeilenfahnen: das Schriftbild des Frühneuhochdeutschen wirkt für heutige Augen fremd — und ist doch der direkte Vorläufer dessen, was wir täglich lesen.