Die orthographische Konferenz von 1901 vereinheitlicht die Rechtschreibung im deutschsprachigen Raum. Zugleich erleben Zeitungen, Romanhefte und Schulbücher eine Massenproduktion: Schrift ist nicht länger Privileg der Gelehrten, sondern Alltagsgut.
Während die Druckwelt zunehmend zur Antiqua greift, bleibt die deutsche Handschrift noch lange in der Welt der Kurrent. Erst Ludwig Sütterlin entwirft 1911 eine vereinfachte Form, die für Generationen das Bild der „deutschen Schrift“ prägt — bis sie ab 1941 endgültig der lateinischen Schreibschrift weichen muss.
