Schriftausstellung

Schrift 5.–17. Jahrhundert

Über mehr als ein Jahrtausend verändert sich, wie in Mitteleuropa geschrieben wird: aus römischer Kapitalis werden Unzialen, Karolinger Minuskel, gotische Texturen — und schließlich die Mischformen der frühen Neuzeit.

Schrift ist im Mittelalter ein Handwerk wie Zimmern oder Schmieden. Mönche kopieren in den klösterlichen Skriptorien Bibeln, Chroniken und antike Autoren. Im Hochmittelalter verdichtet sich die Schrift zur gotischen Textura — eng gesetzt, kantig, ehrwürdig.

Mit Buchdruck und Renaissance treten Antiqua und Fraktur in einen jahrhundertelangen Wettstreit. Die einen wollen die klare Linie der römischen Antike, die anderen die schwarze Kraft der mittelalterlichen Tradition. Beides existiert nebeneinander, bis weit ins 17. Jahrhundert hinein.

5.–17. Jahrhundert

Zwölf Jahrhunderte deutsche Schrift

Übersicht deutscher Schriftformen vom 5. bis 17. Jahrhundert

Schrift-Tafel

Vom Unzial bis zur Fraktur

Eine Tafel, viele Hände: Wer die Reihen von oben nach unten liest, sieht, wie sich Buchstaben über die Jahrhunderte verformen — runde Unzialen werden zu klaren karolingischen Minuskeln, diese verdichten sich zur Gotik und werden im Druck zur Fraktur.