Schrift ist im Mittelalter ein Handwerk wie Zimmern oder Schmieden. Mönche kopieren in den klösterlichen Skriptorien Bibeln, Chroniken und antike Autoren. Im Hochmittelalter verdichtet sich die Schrift zur gotischen Textura — eng gesetzt, kantig, ehrwürdig.
Mit Buchdruck und Renaissance treten Antiqua und Fraktur in einen jahrhundertelangen Wettstreit. Die einen wollen die klare Linie der römischen Antike, die anderen die schwarze Kraft der mittelalterlichen Tradition. Beides existiert nebeneinander, bis weit ins 17. Jahrhundert hinein.
