Schriftausstellung

Mittelhochdeutsch 1050–1350

Mittelhochdeutsch ist keine einheitliche Sprache: dieselbe frouwe kann auch frowe oder frouve heißen — je nach Dialekt zwischen Bairisch, Alemannisch und Fränkisch.

Erst im 19. Jahrhundert entstand auf Grundlage der staufischen Dichtersprache eine harmonisierte Schreibweise des Mittelhochdeutschen, um die regionalen Unterschiede auszugleichen. Es ist eine künstliche Schriftsprache, die keiner einzelnen historischen Variante entspricht, aber Aussprache und Schreibweise verbindlich macht.

Eine kleine Lesehilfe: e, i, a werden kurz gesprochen, ê, î, â dagegen lang. Als Beispiel klingt im Hintergrund die erste Strophe von „Loibere riesen“ des Minnesängers Witzlaw von Rügen — Originalschrift, harmonisiertes Mittelhochdeutsch und moderne Schrift im Vergleich.

Für alle, die Lust haben einmal etwas mehr zu lesen, gibt es einen Vorschlag aus der Edition Tintenfass: Antoine de Saint-Exupéry / Helmut Birkhan, ISBN 978-3-937467-48-1.

Um 1050–1350

Eine Sprache findet ihre Schrift

Tafel zum Lesen und Sprechen des Mittelhochdeutschen

Lesen & Sprechen

Aussprache in drei Spalten

Wer Mittelhochdeutsch heute lesen will, braucht eine kleine Tafel: kurze und lange Vokale, Sonderzeichen, alte Schreibungen. Original, harmonisierte Form und moderne Übersetzung stehen nebeneinander, damit die Verse wieder zum Klingen kommen.

Mittelalterlicher Schreiber

Im Skriptorium

Der mittelalterliche Schreiber

An schräg gestellten Pulten setzen Mönche und Berufsschreiber Zeile um Zeile aufs Pergament. Jede Region prägt ihren eigenen Stil — Bairisch, Alemannisch, Fränkisch —, und doch wachsen aus diesen Stimmen die großen Werke des hohen Mittelalters.